Erste EhrenbürgerInnen für die Gemeinde Ludmannsdorf/Bilčovs

Bürgermeister Manfred Maierhofer ernannte - aufgrund des am 14.08.2018 einstimmig gefassten Beschlusses des Gemeinderates - am Donnerstag, den 8. November 2018 Herrn KommR Franz Gasser sen., Frau Bgm a.D. Stefanie Quantschnig und Frau Meina Schellander, Mag. Art. im neu gestalteten Bildungszentrum zu EhrenbürgerInnen der Gemeinde Ludmannsdorf. An der Ehrung, die vom Männerchor der SPD Bilka, Lena Kolter und Vukašin Miškovič umrahmt wurden, nahmen zahlreiche hochrangige Gäste aus Politik, Kunst, Kultur, Wirtschaft, Bildung und Medienvertreter, wie SPÖ-Landtagsabgeordnete Ana Blatnik, der Gemeindevorstand der Gemeinde (Vzbgm. Anton Safron, Vzbgmin. Mag. a Augustine Gasser,  GV DI Olga Voglauer), zahlreiche Gemeinderäte, die Amtsleiterin Mag. a(FH) Daniela Steinwender-Walder,  Volksschuldirektor Thomas Partl, der Gemeindefeuerwehrkommandant Josef Gasser, die Schriftstellerin Maja Haderlap, die Architekten: Dipl.Ing. Gerhard Kopeinig, Dipl.-Ing. Anton Reichmann und Dipl. Ing. Andreas Berchtold, der Landesschulinspektor für das zweisprachige Schulwesen im Ruhestand Thomas Ogris, die Obfrau der SPD BILKA Maria Weber-Ogris und die Obfrau des Pensionistenverbandes Erika Jakopitsch,  teil. Die Laudatio hielt Maria Weber-Ogris.



Bürgermeister Manfred Maierhofer betonte in seiner Begrüßung, dass es ihm eine große Ehre ist, das erste Mal in der Geschichte Ludmannsdorfs Persönlichkeiten zu ehren, welche die Gemeinde über Jahrzehnte geprägt haben und es noch heute tun. Es sind Ausnahmeerscheinungen, denen es gelungen ist, der Gemeinde Ludmannsdorf/Bilčovs zu einem hohen Stellenwert über die Gemeindegrenzen hinaus zu verhelfen und Ludmannsdorf/Bilčovs als lebenswerte Wohlfühlgemeinde zu erhalten.

 

Vzbgmin. Mag. a Augustine Gasser überbrachte in Vertretung des Landeshauptmannes Dr. Peter Kaiser den Ehrengästen, mit denen er sehr verbunden ist, herzliche Grüße und Glückwünsche. Sie gratuliere zur Entscheidung, drei besondere Menschen der Gemeinde Ludmannsdorf/ Bilčovs zu ehren und mit der Ernennung zum Ehrenbürger/ zur Ehrenbürgerin auf ihre wertvollen Verdienste um und für die Gemeinde hinzuweisen und so auch Dank für ihr Engagement auszusprechen.  

EhrenbürgerInnen

 Folgende Persönlichkeiten wurden zu EhrenbürgerInnen der Gemeinde Ludmannsdorf/Bilčovs ernannt, wobei ihr verdienstvolles Wirken jeweils im Rahmen einer Laudatio von Frau Maria Weber-Ogris in den Vordergrund gestellt wurde:

Herr KommR Franz Gasser sen.: Der Vater von fünf Kindern gründete nach dem Krieg mit seinem Vater, Brüdern und seiner Frau Anna die Firma Holzbau Gasser, welche ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler in der Gemeinde war und ist. Die Entwicklung und Modernisierung der Gemeinde Ludmannsdorf/Bilčovs waren für Herrn Gasser Herzensangelegenheit und Auftrag in einem. Er krempelte auch für die Gemeinde die Ärmel hoch und gestaltete die Erneuerung mit.

Als langjähriger Vizebürgermeister hat Franz Gasser wesentlich an der Schaffung einer herzeigbaren Infrastruktur für die heimische Bevölkerung mitgewirkt. Dazu zählen der Ausbau des Wegenetzes in der Gemeinde, der Wasser- und Kanalbau, die Aufrüstung der Feuerwehren, der Neubau der Aufbahrungshalle und die Errichtung des Gemeindefriedhofes, der Neubau der Volksschule, die Gründung des zweisprachigen Kindergartens, die Errichtung des Sportplatzes und vieles mehr.

Erwähnt sei hier auch der bereits verstorbene langjährige Bürgermeister der SPÖ Ludmannsdorf Johann Ogris. Die beiden waren im Rückblick betrachtet „ein erfolgreiches politisches Tandem“, wie dies Landesschulinspektor i.R. Tomaž Ogris anlässlich der Rizzipreisverleihung an Herrn Gasser formuliert hat.

KommR Franz Gasser sen. war und ist Mitglied mehrerer Ludmannsdorfer Kultur- und Sportvereine. Die kulturelle und sportliche Betätigung, vor allem jene der Jugend, hat er aus großer Überzeugung gefördert und unterstützt. 


Frau Bgm. a.D. Stefanie Quantschnig: Die Volksschullehrerin, die ab dem Jahr 1968 an der Volksschule LudmannsdorfMan kann nicht nur von Frauenemanzipation reden, man muss auch danach handeln.“  Ziel ihrer politischen Arbeit war es, die Lebensqualität ihrer  Mitmenschen in allen Bereichen zu verbessern.

Ihr Einsatz galt selbstverständlich einer starken Frauenpolitik. Eines ihrer Ziele war, mehr Frauen zu politischer Aktivität zu motivieren. Bgm. a.D. Stefanie Quantschnig war es auch, die das Frauenturnen bzw. Seniorinnenturnen in Ludmannsdorf etablierte, zu einer Zeit, als dies sicherlich noch eine herausfordernde Idee für Viele in der Gemeinde war. Unter dem Motto „Bewegung fördert die Gesundheit“, war sie jahrelang die Vorturnerin beim Frauenturnen. Sie organisierte die ersten Frauenausflüge, so hatten die Mütter dieser Generation erstmals Dank ihres Engagements die Gelegenheit, für ein paar Tage zu verreisen. Bgm. a.D. Stefanie Quantschnig spornte Jung und Alt zum Mittun an. Unter ihrer Führung nahm  Ludmannsdorf/Bilčovs auch im Bereich der Gesundheit eine Vorreiterrolle ein. In ihre Zeit fiel der Beschluss des Gemeinderates zur „Gesunden Gemeinde“ beizutreten. Beim Sonnenblumenfest im September 2007 wurde die Gemeinde mit der "Gesunden Gemeinde-Tafel" ausgezeichnet, die sie bis heute mit Stolz trägt. Ludmannsdorf/Bilčovs war damals erst die neunte Kärntner Gemeinde, welche die Kriterien für diese Auszeichnung erfüllte.


Frau Meina Schellander, Mag. art.: Der Tochter einer Schneiderin wurde die Liebe zum Faden und die Faszination der Linie schon in die Wiege gelegt. Seit dem Abschluss ihres Studiums in Wien an der Akademie der bildenden Künste arbeitet sie als freischaffende Künstlerin hauptsächlich in  Wien und gelegentlich im Haus ihrer Mutter in Ludmannsdorf/Bilčovs.

Das erste Großprojekt „Findling Krastal“ realisierte die Künstlerin 1973 anlässlich des Krastaler Symposiums und erregte damit großes Aufsehen. Als Hommage an ihre Mutter realisierte Sie 2007 unter dem Titel „Konnexion 1“ eine Installation am, im  und um den Maria Saaler Dom, indem sie gelbe Fäden/Seile um das Gebäude spannte. Im öffentlichen Raum der Gemeinden Ludmannsdorf/Bilčovs und  Feistritz i. R. realisierte die Künstlerin zahlreiche Projekte, wie die Gestaltung des Außenkreuzes  am Gemeindefriedhof  und des Innenkreuzes  in der Aufbahrungshalle, die Wandgestaltung in der Volksschule, die Außengestaltung am neuen Bildungszentrum Tanz der Geometrie/Ples Geometrije.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen die Meina Schellander erhalten hat,  gehören Staatsstipendien und Förderungspreise und Würdigungspreise der Stadt Wien und des Landes Kärnten, der Kärntner Wirtschaft, uvm.

2012 erhielt die Künstlerin den Kulturpreis des Landes Kärnten als Würdigung ihres Gesamtwerkes. Die Kulturpreisverleihung in der Carinthischen Musikakademie in Ossiach verlief spannend. Meina Schellander nahm  den Landeskulturpreis vom damaligen Kulturlandesrat Wolfgang Waldner durch eine kleine Öffnung in einer eigens dafür gebauten schwarzen Raumzelle, in der sie sich befand, entgegen. Dies inszenierte sie, um auf ihre Sicht der kulturpolitischen Lage in Kärnten hinzuweisen.

Meina Schellander kann auf zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland hinweisen, z.B. in Klagenfurt am Wörthersee, Villach, Straßburg, Wien, Linz, Zürich, Salzburg, Udine, Ljubljana, Madrid, Dublin, New York, uvm.